An einem Sommertag, Mitte des Jahres 1956, saßen in Webers Holzschuppen einige Sinninger Bürger zusammen, die noch keinem Schützenverein angehörten. Den Anwesend, Albert Beermann, Karl Weber, Hans Rüter, August Niehues und Josef Autermann sen., kam dann die Idee einen neuen Schützenverein zu gründen. Zunächst wollte man jedoch erst die Meinung der Sinninger Mitbürger erfragen und Unterschriften einholen. Nach vierzehn Tagen hatten sich bereits 47 Männer durch Unterschriften bereiterklärt, mitzumachen. Am 13. Oktober 1956 fand die Gründungsversammlung in der Gaststätte Ruhmöller statt. Alle 47 Männer, die im Vorfeld ihre Unterschrift getätigt hatten waren anwesend. Man einigte sich im Laufe der Versammlung, den neu gegründeten Verein "Hubertus- Schützen-Gilde" zu nennen. Zum Vorsitzenden wählten die Anwesenden Albert Beermann, zum Schriftführer Herbert Krey und zum Kassierer Karl Weber. Gründungsgeschichte der Hubertus-Schützengilde              Erstes Schützenfestder Hubertus-Schützengilde 1957 (links: Major Alfons Autermann, 2. von links: Oberst Karl Fauseweh, rechts: Hauptmann AntonTönnes)  In der zweiten Versammlung, die am 17. November 1956 abgehalten wurde, legte man die Regularien fest, und komplettierte den Vorstand.Von nun an nahm das Schützenfestleben der Hubertus-Schützengilde seinen Lauf. Die von Beginn an vorliegenden Protokolle geben einen guten Überblick über die Aktivitäten im Verein, besonders der Festgewohnheiten. Das Fest aller Feste ist und bleibt das Schützenfest. Das erste fand am 7. Juli 1957 statt. Am Vorabend wurde ein Birkenzweig zur Vogelstange gebracht. Anschließend fand im Vereinslokal Ruhmöller ein öffentlicher Ball statt. Am Sonntag trat der Verein geschlossen mit Schützenhut und geschmückten Stock am Vereinslokal an. Mit der neuen Fahne marschierte der Verein unter den Klängen der Musikkapelle zur Vogelstange. Den ersten Schuß gab Oberst Karl Fauseweh auf den Vogel ab. Beim 276. Schuß war es dann soweit, die Hubertus-                                                        Schützengilde hatte mit Helmut Krey ihren ersten Vogelkönig.                                            Zur Königin erkor er Maria Niehues.   Erstes Königspaar der Hubertus-Schützengilde im Jahr 1957, Helmut Krey und Maria Niehues Kaiserschießen seit 1986 in Sinningen Anläßlich des 30-jährigen Bestehens der Hubertus-Schützengilde im Jahr 1986, beschlossen die Mitglieder, neben dem Königsschießen, auch ein Kaiserschießen durchzuführen. Es wird am Schützenfest-Sonntag im Anschluß an das Königsschießen durchgeführt. Am Kaiserschießen dürfen die Vereinsmitglied teilnehmen, die bereits die Königswürde errungen haben. Es wurde ein Brustschild mit Kette angeschafft. Auf der Rückseite des Schildes werden die Namen der Würdenträger eingraviert. Das Kaiserschießen fand zunächst wegen des großen Interesses im jährlichen Rhythmus statt. Ab dem Jahr 1992 wurde aufgrund der rückläufiger Aspirantenzahl einen 3-jährige Abstand vereinbart. Den ersten Kaiseradler holte im Jahre 1986 mit dem 130. Schuß Anton Tönnes von der Stange. Im Jahre 1998, dem Jahr der Fusion, fand für alle Sinninger Schützenbrüder das erste gemeinsame Kaiserschießen statt. Nach zähem Ringen errang der damalige erste Vorsitzende der Schützengemeinschaft Sinningen, Heinz Brückner, die Kaiserwürde. Folgende Mitglieder haben bisher die Kaiserwürde errungen 1986 Anton Tönnes 1987 Heiner Schmitz 1988 August Reusken 1989 Josef Wolters 1990 Walter Fahl 1991 Manfred von Schledorn 1992 Günter Klumpe 1995 Karl-Heinz Fauseweh                                                         2014 Henrik Müller  1998 Heinz Brückner  2000 Bruno Scheil  2002 Günter Klumpe  2004 Klaus Hoffmann  2006 Wolfgang von Rekowski  2008 Diethelm Leimkühler  2010 Carsten Klumpe  2012 Klemens Schomaker Geschichte der Hubertus-Schützengilde             Es war im Jahre 1956, Borussia Dortmund wurde erst Westdeutscher Meister und später, durch ein 4:2 über den Karlsruher Sportclub, auch Deutscher Meister im Fußball. Prinz Rainer von Monaco heiratete den Filmstar der damaligen Zeit, Grace Kelly. Das alles konnte man am Radio für 2,- DM Monatsgebühren hören. Die Textilisten kämpften für die Einführung der 40-Stundenwoche und um eine Lohnerhöhung von 16 Pfennige pro Stunde. In Bonn machte sich Konrad Adenauer für die Einführung der 18-monatigen Wehrpflicht stark und in dem selben Jahr kamen 5 Sinninger Bürger auf die Idee, einen Schützenverein zu gründen.             Geboren wurde diese Idee an einem Sommertag, „als der Himmel Tränen weinte“. In einem Schuppen, in dem die 5 Sinninger, Albert Beermann, Karl Weber, Hans Rüter, August Niehus und Josef Autermann sen. Schutz gesucht hatten. Blitz und Donner lagen über Emsdetten und der Regen überschüttete das ganze Land. Die Ems trat über die Ufer. 1307 Morgen Land waren überschwemmt und vor der amerikanischen Atlantikküste sank die Andrea Doria. Unter diesen Widrigkeiten wurde die Hubertus-Schützengilde aus der Taufe gehoben. Noch im selben Jahr, am 13. Oktober 1956, fanden sich 47 gestandene Männer in der Gastwirtschaft Ruhmöller ein, um die Vereinsgründung vorzunehmen.             Dann kam das erste Schützenfest am 07. Juli 1957. Das Glas Bier kostete damals weniger als 1,- DM. In der Zeitungsausgabe vom 06. Juli erschien erstmals ein kleiner Artikel mit dem Hinweis „Schützenfest der Hubertus-Schützengilde Sinningen“. Auf der Gegenseite wurde eine 3-Zimmer-Neubauwohnung mit Toilette, Keller, Boden- und Gartenbenutzung für 31,- DM Kaltmiete angeboten und Stangenspargel kostete damals auch schon das Kilo 2,44 DM.             Der erste Hubertusvogel war ein zäher Vogel. Nachdem der damalige Oberst Karl Fauseweh den ersten Schuß abgegeben hatte, wurden noch weitere 275 Schuß benötigt, bevor der erste König, Helmut Krey, zur Königswürde kam. Er erkor Maria Niehues zu seiner Königin und die Zeitung schrieb damals, „Strahlender Sonnenschein begünstigte prächtigen Festverlauf“. Weiter hieß es:“ Der 7 Juli 1957 wird als ein denkwürdiges Datum in die Annalen der Hubertus Schüt- zengilde eingehen. Die junge Gesellschaft wurde im vergangenen Jahr als dritte Schützengesellschaft von Sinningen neben den bekannten Gesellschaften, Überwasser   Erstes Königspaar 1957, Helmut Krey und Maria Niehues             Gefeiert wurde die ersten Jahre bei Ruhmöller in einem Festzelt. Da sich die Hubertusschützen eines stetigen Wachstums erfreuen konnten, nicht nur der Einzelne wurde körperlich größer und runder, nein auch die Anzahl der Mitglieder stieg beständig an, so daß man 1962 bereits in ein größeres Festzelt ausweichen mußte. Dieses Zelt stand damals beim Schützenbruder Josef Stapper, der in Sinningen eine Gaststätte eröffnet hatte. Zum Hexen wurde über Tische und Bänke getanzt. Die Musik kam damals aus einer Musikbox.             Die Gründer der Hubertusgilde waren sehr darauf bedacht, daß nicht nur die Männer mit Zweig zur Stange bringen, Vogelschießen, Frühschoppen und Hexen ihren Spaß hatten, sondern, daß auch die Familie in das Schützenleben einbezogen wurde. Bereits am 24.11.1956, also noch bevor im Jahre 1957 der erste Schuß gefallen war, fand bereits ein Familienfest statt. Mit einer eigenen Hauskapelle, alles Vereinsmitglieder, wurde gefeiert und getanzt.             Das Familienfest wurde ein fester Bestandteil des Vereinslebens, bei dem das Kinderschützenfest mit veranstaltet wurde. Während die Damen am Nachmittag ein geselliges Beisammensein bei Kaffee und Kuchen hatten, haben sich die Männer des Vereins um ihren Nachwuchs gekümmert. Das für einen Kinderkönig die Weichen zu einem aktiven Schützenbruder gestellt werden.             Schützen und Karneval gehören schon seit der Zeit Napoleons zusammen. Der             Karneval ist ohne Schützen und Schützenvereine gar nicht denkbar. In der                Festzeitschrift von Hubertus zum 25-jährigen Jubiläum steht geschrieben:  „ Schützen und Karnevalisten schöpfen   aus der gleichen Quelle, aus der unbändigen  Lust zum Feiern, aus Spaß am Feiern“.  Ein starkes Zitat! Und studiert man  die Chronik genauer, so findet man heraus,  daß der erste Prinz am 10.02.1957  gekürt wurde, also ca. 5 Monate vor dem  ersten König. Werner Albers und Heidi  Albers waren die ersten Hubertustollitäten.  Das Motto von Detten war damals „Dettske Dott, narrisch flott“. Der Stadtprinz  war Prinz Karl IV von der Schützenbruderschaft Johanni. Die Karnevalszeitung,  das„Düörgemös“, wurde am Rosenmontag für 70 Pfennig verkauft. Und wer  noch 1 oder 2 Markscheine hatte, mußte zur Bank zum Umtauschen. Diese  Währung wurde eingezogen.           Ab diesem Jahre wurde regelmäßig bei Ruhmöller zur närrischen Sitzung der  Bunten Bühne eingeladen. Heute noch eine Sitzung, die sich mit ihren Akteuren,  die fast ausschließlich aus den eigenen Reihen kommen, sehen und hören  lassen kann. Auch die Bunte Bühne der Hubertus-Schützengilde kann im nächsten  Jahr auf 40 Jahre aktives Karnevalsgeschehen zurückblicken.  Das Jahr 1967 brachte den ersten Höhepunkt in der jungen Vereinsgeschichte,  das 10-jährige Jubiläum! Wieder ein zäher Vogel oben an der Stange. Nach 285  Schuß kam Erwin Wermers zu Königswürden. Tags darauf fand der Festakt  zum 10-jährigen Jubiläum statt, mit einem farbenfrohen Umzug von über 200  Schützenmusikanten und zahlreichen Abordnungen der Schützenvereine aus  Emsdetten und der Umgebung. Was müssen die armen Kerle geschwitzt haben?  In Nordrhein-Westfalen hatten die Schulen bei 32 °C hitzefrei gegeben.  Bei der Tour de France, ebenfalls bei brüllender Hitze, konnte Rolf Wolfshol als  erster Deutscher einen Etappensieg erringen. Festakt zum 10-jährigen Jubiläum auf dem Platz bei Möhring             Der nächste Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war natürlich das 25-jährige Jubiläum im Juni 1981. 4 Tage wurde gefeiert. Linus Schmidt wurde in diesem Jahre König. Sein Vogel brauchte 678 Schuß, bevor er sich zu Boden fallen ließ. Gefeiert wurde damals in der Halle von Josef Wolters. Die Zeitungen waren voll des Lobes und schrieben „Die Gesellschaft ist eine große Familie“ und weiter: „Hubertusgilde hat doppelten Grund zum Feiern, 25 Jahre und Fahnen- weihe“. Die neue Fahne, inzwischen auch schon wieder 15 Jahre alt, wurde am 21.06.1981 während der heiligen Messe geweiht. Die Damen der Gesellschaft ließen es sich nicht nehmen, die Fahne mit einem passenden Fahnenband zu verschönern. Die neue Fahne zum 25-jährigen Jubiläum             Damals, im Frühsommer 1981, sind 29 Vereine der Einladung gefolgt, um an dem traditionellen Sternmarsch teilzunehmen. Die Schafskälte hatte an den Feiertagen Einzug gehalten. Das Waldfreibad wurde eröffnet, die Wassertemperaturen betrugen damals 17 ° Celsius. Bayern München wurde Deutscher Meister und Schalke 04 war abgestiegen. Doch das konnte die Schützenbrüder nicht schrecken, es wurde ein toller Umzug.             Das Jahr 1986 wurde wieder ein Meilenstein in der Hubertusgeschichte. Am 7.Juli      kam der 5 Millardenste Erdenbürger zur Welt, Boris Becker gewann zum zweiten Mal Wimbledon und die Hubertus Schützengilde hatte zum allerersten Kaiserschießen eingeladen. Alle, die bereits Königswürden erlangt hatten, durften an dem Schießen teilnehmen. Anton Tönnes wurde unser erster Kaiser. Anton Tönnes, ein Mann der Hubertusgeschichte gestaltet hat. Insgesamt 14 Jahre erster Vorsitzender, von 1965-69 und 1971-81 und erster Kaiser, und Ehrenvorsitzender der Hubertus Schützengilde.  Erster Kaiser Anton Tönnes mit Gattin Hetwig Wieder einmal ein typisches Hubertuswetter, so schrieben die Zeitungen. Bei 20 ° Celsius und ordentlichem Landregen mußte man zwischendurch einen Waffenstillstand einlegen. Es wurden wieder 270 Schuß, die an diesem Nachmittag im Schützenwäldchen bei Fauseweh erschallten. 130 Schuß für den ersten Kaiser und 140 Schuß für den damaligen König Karl-Heinz Fauseweh. Das Kaiserschießen fand zunächst wegen des großen Interesses im jährlichen Rhythmus statt. Ab dem Jahr 1992 wurde aufgrund der rückläufiger Aspirantenzahl einen 3-jährige Abstand vereinbart. Im Jahre 1998, dem Jahr der Fusion, fand für alle Sinninger Schützenbrüder das erste gemeinsame Kaiserschießen statt. Nach zähem Ringen errang der damalige erste Vorsitzende der Schützengemeinschaft Sinningen, Heinz Brückner, die Kaiserwürde. Folgende Mitglieder haben bisher die Kaiserwürde errungen 1986 Anton Tönnes 1987 Heiner Schmitz 1988 August Reusken 1989 Josef Wolters 1990 Walter Fahl 1991 Manfred von Schledorn 1992 Günter Klumpe 1995 Karl-Heinz Fauseweh 1998 Heinz Brückner 2000 Bruno Scheil 2002 Günter Klumpe 2004 Klaus Hoffmann 2006 Wolfgang von Rekowski 2008 Diethelm Leimkühler 2010 Carsten Klumpe 2012 Klemens Schomaker 2014 Henrik Müller Am 12 Juli 1991 schrieb das Emsdettener Tageblatt in seiner Extrabeilage anläßlich des Stadtschützenfestes über die Hubertus Schützengilde „ jüngste Dettener Schützengilde“. Was sie damals nicht wußten war, daß diese junge Schützengilde mit Überwasser bereits heftig flirtete. Heute wissen wir, daß nach 40 Jahren Hubertus-Schützengilde, der Name in der Vereinschronik der Schützengemeinschaft Sinningen weiter leben wird. 1996 feierte die Hubertus-Schützengilde ihr letztes Jubiläum. Die Schützenbrüder aus Sinningen stehen allerdings am Anfang einer neuen Ära. Bereits 1994 wurden die Weichen neu gestellt, durch den Fusionsbeschluß beider Sinninger Schützenvereine Überwasser und Hubertus, zur neu gegründeten „Schützengemeinschaft Sinningen“. Diese zukunftsorientierte Entscheidung zur Fusion bedeutet jedoch nicht, daß mit Einleitung dieser neuen Epoche, die nunmehr 40-jährige Vereinsgeschichte der Hubertus- Schützengilde, bzw. die fast 75 Jahre Vereinsgeschichte der Überwasser-Schützengesellschaft über Bord geworfen wird. Nein, vielmehr soll, das haben wir uns auf die Fahne geschrieben, jeder unabhängig von der bisherigen Vereinszugehörigkeit, sich in der neuen Sinninger Schützengemeinschaft wiederfinden können.